Individuelle Förderung, bessere Noten und weniger Frontalunterricht – die Ansprüche der Eltern an die Schule sind hoch. Doch was passiert, wenn sich Eltern selber aktiv in der Schule ihrer Kinder einbringen sollen? Zum Beispiel als Klassendelegierte? Diese übernehmen eine wichtige Brückenfunktion zwischen Schule und Eltern. Sie sind Ansprechpersonen und leiten Informationen, Ideen und Rückmeldungen weiter. In Adliswil ist es anscheinend schwierig, Eltern zu finden, die solche Zusatzaufgaben übernehmen. Die Schule hat entsprechend Mühe, Klassendelegierte zu finden. Die Schule musste reagieren Schulpräsident Markus Bürgi (FDP) erklärt die Entwicklung mit dem veränderten gesellschaftlichen Engagement: «Immer mehr Menschen haben mehr Aktivitäten im Alltag und dafür weniger Zeit für freiwillige Aufgaben.» Weil sich die Suche nach Klassendelegierten zunehmend schwieriger gestaltet, hat die Schulpflege die Statuten angepasst. Neu können auch Mitarbeitende des Bildungsressorts, die selber Kinder an der Schule haben, als Klassendelegierte wirken. «Das war auch ein Wunsch entsprechender Mitarbeitender», sagt Bürgi. Ob diese Anpassung das Problem löst, bleibt abzuwarten. Möglich ist künftig auch, dass eine Klasse ganz ohne Vertretung bleibt. «Wir können Eltern nicht zur Mitwirkung verpflichten», so Bürgi. Offen mit dem Mangel umgehen Der Schulpräsident setzt auf die Eigenverantwortung: «Es wäre schade, wenn nicht überall Klassendelegierte gefunden werden. Dann fehlen gewisse Sichtweisen und Anliegen, auch Diskussionen verlaufen einseitiger.» Letztlich sei Vertrauen entscheidend. Dieses könne nur wachsen, wenn alle offen mit dem Mangel umgehen. Umso mehr zeigt sich Bürgi dankbar gegenüber jenen Eltern, die sich bereits zur Verfügung stellen: «Wir können uns in Adliswil glücklich schätzen, nach wie vor auf viele engagierte Eltern zählen zu dürfen.»