Wie Kilchberg in den kommenden Jahren aussehen wird, hängt stark von der baulichen Entwicklung ab. Grundlage dafür ist die Bau- und Zonenordnung (BZO), die regelt, wie Grundstücke im Siedlungsgebiet genutzt werden dürfen. Diese wird derzeit unter Begleitung der Baukommission revidiert – auch die Bevölkerung kann mitwirken. Die Pläne liegen vom 5. September bis 4. November öffentlich auf. Am 9. September findet dazu eine Informationsveranstaltung im Gemeindesaal an der Alten Landstrasse statt. Die Rückmeldungen aus Bevölkerung, Nachbargemeinden und der kantonalen Vorprüfung fliessen in einen Mitwirkungsbericht ein. Im Frühling 2026 soll die bereinigte Vorlage vom Gemeinderat verabschiedet und im Juni 2026 der Gemeindeversammlung vorgelegt werden. Die folgenden Themen streicht die Gemeinde Kilchberg heraus: Identität bewahren, Qualität stärken Ein Augenmerk liegt auf dem Schutz der ortsbildprägenden Baustrukturen. Die historischen Ortskerne von Bendlikon, Schwelle und entlang der Dorfstrasse bei der reformierten Kirche sollen durch neue Kernzonen gesichert werden. Ergänzend dienen Quartiererhaltungszonen wie entlang der Weinberg- oder Böndler-/Schwandenstrasse der Bewahrung des Quartiercharakters. Auch die Umgebungsgestaltung ist im Fokus. Mit der Revision des kantonalen Planungs- und Baugesetzes erhielten Gemeinden neue Instrumente für eine klimaangepasste Siedlungsentwicklung. Kilchberg will deshalb Vorgaben zu Grünflächen, Baumerhalt, ökologischen Ausgleichsflächen und Umgebungsplänen einführen. Ziel sei es, die besonderen Qualitäten Kilchbergs langfristig zu sichern. Gezielte Gebietsentwicklungen Besondere Aufmerksamkeit gilt Arealen wie an der Bächlerstrasse, dem Holzbirrliweg oder der Seestrasse/Bungertstrasse. Dort ist in den kommenden Jahren mit Sanierungen oder Neubauten zu rechnen. Künftig soll hier eine Gestaltungsplanpflicht gelten. Sie soll sicherstellen, dass neue Projekte nicht nur architektonisch, sondern auch hinsichtlich Freiraumqualität, Erschliessung für Fuss- und Veloverkehr sowie preisgünstigem Wohnraum überzeugen. Naturraum erhalten Ein weiteres zentrales Projekt ist die Umzonung der Schwingmulde („Uf Stocken“). Das Gebiet, das bisher als Bauzone ausgewiesen war, soll in eine Erholungszone überführt werden. Damit bliebe dieser wichtige Grün- und Erholungsraum der Bevölkerung dauerhaft erhalten. Wohnraum und Mobilität Die Gemeinde will auch künftig preisgünstigen Wohnraum fördern. Dies geschieht etwa über günstige Baurechtszinsen für Genossenschaften auf Gemeindeland. Einen Mindestanteil an preisgünstigem Wohnraum sieht die Revision nicht vor, da keine Erhöhung der baulichen Dichte vorgesehen ist.