Mit grosser Besorgnis verfolgen wir die P<a href="/artikel/neues-adliswiler-wohnquartier-verdraengt-fussballplaetze" rel="noopener noreferrer" target="_blank">läne, wonach der Standort unseres Unternehmens einer neuen Wohnsiedlung weichen soll</a>. Natürlich ist zusätzlicher Wohnraum wichtig und notwendig. Dennoch sollte dabei nicht vergessen gehen, dass eine funktionierende Gemeinde nicht nur aus Wohnungen besteht, sondern auch aus Arbeitsplätzen, lokalem Gewerbe und Unternehmen, die seit Generationen Verantwortung für die Region übernehmen. Unser Unternehmen ist seit Jahrzehnten in Adliswil verwurzelt. Rund 70 Prozent unserer Mitarbeitenden wohnen selbst in der Gemeinde oder in der unmittelbaren Umgebung. Für viele bedeutet ein möglicher Wegzug unseres Betriebs künftig deutlich längere Arbeitswege. Sollte sich in Adliswil kein geeigneter Ersatzstandort finden lassen, droht im schlimmsten Fall sogar der Verlust von Arbeitsplätzen. Gerade in Zeiten, in denen oft über nachhaltige Entwicklung und Lebensqualität gesprochen wird, erscheint es widersprüchlich, lokale Arbeitsplätze immer weiter aus den Gemeinden zu verdrängen. Dabei geht es nicht nur um unser Unternehmen allein. Mit jedem Gewerbebetrieb, der eine Gemeinde verlassen muss, verliert die Stadt auch wichtige Steuereinnahmen, regionale Wertschöpfung und wirtschaftliche Stabilität. Lokale Unternehmen arbeiten mit regionalen Partnern zusammen, vergeben Aufträge vor Ort, bilden Lernende aus und tragen wesentlich zu einem lebendigen Gemeindeleben bei. In lokalen politischen Diskussionen wird zwar regelmässig betont, wie wichtig das lokale Gewerbe für Adliswil sei. Doch oft entsteht der Eindruck, dass dabei vor allem an Büros, Dienstleistungsbetriebe oder Verkaufsgeschäfte gedacht wird. Dabei besteht ein gesunder Wirtschaftsstandort aus weit mehr als nur Büroflächen und Ladenlokalen. Auch Handwerksbetriebe, Transportfirmen, Werkstätten oder kleinere Industriebetriebe gehören zum Gewerbe und genau diese Betriebe stehen zunehmend unter Druck. Denn im Gegensatz zu einem Büro lassen sich solche Unternehmen nicht einfach in ein Wohnquartier integrieren. Sie benötigen Platz, Zufahrten, Lagerflächen, Werkhöfe oder Stellmöglichkeiten für Fahrzeuge und Maschinen. Wenn jedoch immer mehr Gewerbeflächen verschwinden und nahezu jede geeignete Fläche ausschliesslich für Wohnungsbau vorgesehen wird, entsteht zwangsläufig ein massives Platzproblem für das handwerkliche und produzierende Gewerbe. Schon heute kämpfen viele Betriebe nicht nur mit fehlenden Nachfolgelösungen, sondern zunehmend auch damit, überhaupt noch geeignete Standorte zu finden. Wer langfristig ein starkes lokales Gewerbe erhalten möchte, muss deshalb auch bereit sein, den dafür notwendigen Raum zu sichern. Ansonsten droht genau jenes Gewerbe zu verschwinden, dessen Bedeutung in politischen Reden so oft hervorgehoben wird. Hinzu kommt ein wichtiger ökologischer Aspekt, der häufig unterschätzt wird: Regionale Unternehmen sorgen für kurze Wege. Gerade bei Dienstleistungen wie Schultransporten, Umzügen oder Transportaufträgen ist die Nähe entscheidend. Wenn solche Betriebe aus der Region verdrängt werden, müssen Fahrzeuge künftig längere Anfahrtswege in Kauf nehmen. Das bedeutet mehr Verkehr, mehr CO₂-Ausstoss und letztlich eine schlechtere Umweltbilanz, genau das Gegenteil dessen, was vielerorts politisch gefordert wird. Ein regional verankertes Unternehmen bietet nicht nur Arbeitsplätze, sondern auch Flexibilität, schnelle Einsatzzeiten und eine direkte Nähe zur Bevölkerung. Davon profitieren Schulen, Familien, Vereine und viele weitere Institutionen in der Gemeinde. Deshalb hoffen wir sehr, dass bei der weiteren Planung nicht ausschliesslich neuer Wohnraum im Fokus steht, sondern auch die Bedeutung des lokalen Gewerbes ernst genommen wird. Eine nachhaltige Gemeindeentwicklung braucht beides: Wohnraum und Arbeitsplätze. Nur so bleibt Adliswil langfristig lebendig, attraktiv und wirtschaftlich gesund. <em>Marcel Fuchs und Florim Hasani, Geschäftsleitung/Inhaber Dreieck-Transfer Transport und Logistik AG</em>